DAS OHR

 

   
   
 

 

Das menschliche Ohr besteht aus drei Teilen: dem äußeren Ohr, dem Mittelohr und dem Innenohr. Das äußere Ohr umfasst die sichtbaren Teile des Ohrs (Ohrmuschel) und den Gehörgang. Der Schall wird gesammelt und durch den Gehörgang in Richtung Mittelohr zum Trommelfell weitergeleitet.


Das Mittelohr ist ein luftgefüllter Raum, der vom äußeren Ohr durch das Trommelfell getrennt ist. Das Mittelohr enthält drei kleine Knochen (Hammer, Amboss, Steigbügel), welche die Gehörknöchelchenkette bilden. Diese verbindet das Trommelfell mit dem Innenohr. Das Trommelfell und die Gehörknöchelchen verwandeln den Schall in mechanische Impulse und leiten diese an die Schnecke im Innenohr weiter.

 

Der für das Hören verantwortliche Teil des Innenohres wird als Schnecke (Cochlea) bezeichnet. Sie ist mit Flüssigkeit gefüllt und besitzt Tausende winziger Nervenfasern, welche von den mechanischen Impulsen angeregt werden. Sie geben die mechanischen Impulse als elektrische Impulse an das Gehirn weiter, welches die Höreindrücke schließlich verarbeitet.

 

Schwerhörigkeit

Ein Nachlassen der Hörfähigkeit kann jeden Menschen treffen, unabhängig von Alter, Geschlecht, beruflicher Tätigkeit und sozialem Umfeld. Obwohl das Thema Schwerhörigkeit große Teile der Bevölkerung betrifft, findet es dennoch selten Eintritt in die öffentliche Diskussion. Dabei sprechen die Zahlen für sich:

 

Weltweit leiden ca. 500 Millionen Menschen unter einem schlechten Gehör. In Europa sind ca. 70 Millionen Menschen betroffen. In Deutschland leben 16 Millionen Menschen - das sind 20% der Bevölkerung - mit einer Hörminderung. Davon haben 6 Millionen Menschen eine Schallleitungs-Schwerhörigkeit, die oft durch medizinische Maßnahmen ausgeglichen werden kann.

Für 10 Millionen Menschen wirkt ihre Schallempfindungs-Schwerhörigkeit lebenslang als Belastung im privaten Leben und im Berufsalltag. Lediglich 3 Millionen von diesen 10 Millionen Menschen verwenden einfache Hörgeräte oder moderne Hörsysteme mit Sprachprozessoren. Die übrigen 7 Millionen Menschen wissen noch nicht, welche Verbesserung der Lebensqualität sie durch ein Hörsystem erlangen können.

 

Ursachen im äußeren Ohr

 

Ohrenschmalzpfropfen und Infektionen des Gehörganges gehören zu den typischen Problemen des äußeren Ohres. Diese können in der Regel sehr leicht behoben werden. Schnelles Handeln ist wichtig, um eine Schädigung des Gehörs zu vermeiden.

 
 

Ursachen im Mittelohr

 

Entzündungen, Perforationen des Trommelfells und die Otosklerose – eine Verkalkung, welche die Beweglichkeit der Gehörknöchelchen beein-trächtigt – beeinflussen die Mittelohrfunktion am häufigsten. Die meisten Störungen im äußeren und mittleren Ohr können medikamentös oder operativ behoben werden. Ist dies nicht möglich, kann eine bleibende Hörminderung in den meisten Fällen erfolgreich durch ein individuell angepasstes Hörsystem ausgeglichen werden.

  

Ursachen im Innenohr

 

Die Mehrzahl der Hörprobleme betrifft das Innenohr. Der natürliche Alterungsprozess ist hier die häufigste Ursache. Aber auch starke Lärmeinwirkungen, die Einnahme von Medikamenten, die sich auf das Ohr schädlich auswirken, sowie Schädelbrüche können das Hörvermögen beeinträchtigen. Durch derartige Einflüsse werden die feinen Haarsinnes-zellen beschädigt und die Weiterleitung der Signale an die Hörnerven beeinträchtigt. In der Regel können Innenohrschwerhörigkeiten nicht medizinisch behandelt werden. Hörprobleme dieser Art können jedoch meist durch Hörsysteme korrigiert werden.